Gebärmuttermyome – Gutartige Wucherungen in der Gebärmutter verstehen und behandeln

Gebärmuttermyome sind gutartige Veränderungen in der Gebärmutter

Gebärmuttermyome gehören zu den häufigsten gutartigen Veränderungen, die den weiblichen Körper betreffen können. Schätzungen zufolge entwickelt etwa jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens ein Myom, oft ohne es zu merken. Viele Betroffene erfahren erst bei einer Routineuntersuchung davon, manche hingegen leiden jahrelang unter belastenden Beschwerden, ohne die Ursache zu kennen.
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Entstehung, die typischen Myom Symptome und Möglichkeiten der Behandlung.

Was sind Gebärmuttermyome?

Gebärmuttermyome, in der Fachsprache auch Uterusmyome oder Leiomyome genannt, sind gutartige Muskelknoten, die in der Wand der Gebärmutter (Uterus) entstehen. Sie bestehen aus Muskel- und Bindegewebe und sind in aller Regel nicht krebsartig. Eine bösartige Entartung ist äußerst selten und kommt in weniger als einem von tausend Fällen vor.

Gebärmuttermyome können sehr unterschiedlich groß sein: von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern. Auch ihre Anzahl variiert: Manche Frauen haben nur ein einziges Myom, andere entwickeln mehrere gleichzeitig. 

Mediziner teilen ein Uterusmyom nach seiner Lage in der Gebärmutter ein, da diese entscheidend dafür ist, welche Beschwerden auftreten:

  • Intramurale Myome: Sie wachsen innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutterwand und sind die häufigste Form.
  • Submuköse Myome: Diese liegen direkt unter der Gebärmutterschleimhaut und ragen in die Gebärmutterhöhle hinein. Sie verursachen oft schon bei geringer Größe starke Blutungsstörungen.
  • Subseröse Myome: Sie wachsen an der Außenseite der Gebärmutter in den Bauchraum hinein.
  • Stielmyome: Diese sind über einen dünnen Gewebestiel mit der Gebärmutter verbunden.

Wie entstehen Gebärmuttermyome?

Hormonelle Einflüsse spielen bei der Entstehung eine zentrale Rolle. Vor allem die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron fördern das Wachstum von Myome. Myome wachsen in der Regel in den fruchtbaren Jahren einer Frau, wenn der Hormonspiegel hoch ist, und bilden sich nach der Menopause häufig von selbst zurück. Daher treten Gebärmuttermyome fast ausschließlich zwischen der Pubertät und den Wechseljahren auf. 

Folgende Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Myomen:

  • Genetische Veranlagung: Frauen, in deren Familie Myome vorkommen, haben ein erhöhtes Risiko. Wenn Ihre Mutter oder Schwester bereits betroffen war, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch Sie Gebärmuttermyome entwickeln.
  • Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem und reproduktiven Alter, insbesondere zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
  • Keine oder späte Schwangerschaft: Frauen, die nie oder erst spät schwanger waren, scheinen häufiger betroffen zu sein.
  • Übergewicht: Erhöhte Östrogenspiegel im Fettgewebe können das Wachstum von Gebärmuttermyomen fördern.

Myom Symptome – Wie bemerkt man Gebärmuttermyome?

Nicht jede Frau mit Gebärmuttermyomen leidet unter Beschwerden. Tatsächlich verlaufen viele Myome völlig symptomlos und werden nur zufällig bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung oder einem Ultraschall entdeckt. Ob und welche Myom Symptome auftreten, hängt stark von Größe, Anzahl und Lage des Uterusmyoms ab.

Wenn jedoch Symptome auftreten, äußern sich diese meist wie folgt:

  • Starke oder verlängerte Menstruationsblutungen (Hypermenorrhoe), die manchmal so stark sind, dass sie zu Blutarmut (Anämie) führen
  • Schmerzen im Unterbauch oder im Rücken, vor allem rund um die Menstruation
  • Ein Druckgefühl im Beckenbereich, das besonders bei größeren Myomen auftreten kann
  • Häufiger Harndrang oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können, wenn das Myom auf die Blase drückt
  • Verstopfung oder ein Druckgefühl beim Stuhlgang, wenn das Uterusmyom Richtung Darm wächst
  • Zwischenblutungen außerhalb der normalen Menstruation
  • Unerfüllter Kinderwunsch: Insbesondere submuköse Myome, die in die Gebärmutterhöhle ragen, können eine Einnistung der Eizelle erschweren. Bei Kinderwunsch ist daher eine gründliche Untersuchung wichtig, um die Fruchtbarkeit zu unterstützen.

Myome Behandlung – welche Möglichkeiten gibt es?

Die Behandlung von Myome richtet sich immer nach der individuellen Situation. Ob und in welcher Form eine Myome Behandlung sinnvoll ist, hängt von folgenden Faktoren ab: Die Intensität der Beschwerden, die Größe und Lage der Gebärmuttermyome sowie das Alter und die persönliche Lebensplanung der Patientin. 

Nicht jedes Myom muss behandelt werden. Wenn Sie keine Beschwerden haben, reicht oft eine regelmäßige Beobachtung per Ultraschall aus. Sollten die Symptome jedoch Ihre Lebensqualität einschränken oder ein Kinderwunsch bestehen, stehen uns verschiedene Wege der Behandlung zur Verfügung.

Medikamentöse Therapie

Zur Linderung von Symptomen wie starken Blutungen oder Schmerzen stehen verschiedene medikamentöse Ansätze zur Verfügung. Hormonpräparate, etwa die Hormonspirale oder orale Kontrazeptiva, können die Blutungsstärke reduzieren. GnRH-Analoga können Myome vorübergehend verkleinern. Diese werden oft eingesetzt, um etwa vor einer Operation die Myome zu reduzieren oder die Menopause zu überbrücken. Die genannten Medikamente sind keine dauerhafte Lösung, können aber in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein.

Operative Verfahren

Wenn Gebärmuttermyome zu starken Beschwerden führen, der Kinderwunsch besteht oder die Behandlung durch Medikamente nicht ausreicht, kann ein operativer Eingriff notwendig werden. 

Dabei gibt es heute schonende und gebärmuttererhaltende Möglichkeiten:

  • Myomektomie: Hierbei werden nur die Myome entfernt, die Gebärmutter bleibt erhalten. Dies ist besonders wichtig für Frauen mit Kinderwunsch. Oft ist dies minimalinvasiv (per Bauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung) möglich. 
  • Uterusarterienembolisation (UAE): Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem die Blutversorgung der Myome gezielt unterbrochen wird, sodass sie sich zurückbilden.
  • Hysterektomie: Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und sehr viele oder sehr große Gebärmuttermyome vorliegen, kann die Entfernung der Gebärmutter die endgültige Heilung bringen.

Daten & Fakten – gut zu wissen für Patientinnen

Gebärmuttermyome sind weit verbreitet: 

Studien zeigen, dass bis zu 70-80 % aller Frauen im Laufe ihres Lebens zumindest ein Myom entwickeln – die meisten davon ohne nennenswerte Beschwerden. 

Bei etwa 20-25 % der Frauen im gebärfähigen Alter führen Myome jedoch zu Symptomen, die die Lebensqualität spürbar beeinträchtigen.

Wichtig zu wissen: Gebärmuttermyome entwickeln sich so gut wie nie zu Krebs weiter. Dennoch sollten sie regelmäßig kontrolliert werden. Denn die Lebensqualität kann durch Myome stark eingeschränkt werden. Starke Blutungen, chronische Müdigkeit durch Blutarmut, Schmerzen und das ständige Druckgefühl im Bauch können den Alltag erheblich belasten. Zudem können Gebärmuttermyome die Einnistung der Eizelle erschweren oder das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Eine frühzeitige Abklärung vor einer geplanten Schwangerschaft ist daher empfehlenswert. 

Wann sollte man zum Frauenarzt gehen?

Ein regelmäßiger Besuch in unserer Praxis ist die beste Vorsorge. Sie sollten jedoch zeitnah einen Termin vereinbaren, wenn:

  • Ihre Periode plötzlich deutlich stärker oder länger wird
  • Sie unter ungeklärten Schmerzen im Beckenbereich leiden
  • Sie einen häufigen Harndrang verspüren, ohne dass eine Blasenentzündung vorliegt
  • Druckgefühle im Unterbauch auftreten oder ein Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb

Die frühzeitige Diagnose von Gebärmuttermyome ermöglicht es uns, sanfte Therapiemethoden zu wählen und abzuwarten, anstatt voreilig operieren zu müssen. Wir nutzen modernste Ultraschalltechnologie, um Lage und Wachstum präzise zu überwachen.Haben Sie Fragen zu Gebärmuttermyome oder möchten Sie persönlich mit uns sprechen? Wir freuen uns darauf, Sie in unserer Praxis Meine Frauenärzte zu begrüßen.