Endometriumbiopsie: Diagnoseverfahren bei unerfülltem Kinderwunsch
Die Endometriumbiopsie ist eine wertvolle Kinderwunsch-Untersuchung, welche hilft, die Gebärmutterschleimhaut genauer zu beurteilen. Bei wiederholtem Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigen Eisprungs und intakter Eileiterfunktion kann eine Gebärmutterschleimhaut-Untersuchung entscheidende Hinweise geben. Durch die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, meist mit einer sogenannten Pipelle, lässt sich feststellen, ob die Schleimhaut optimal auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet ist.
Was ist eine Endometriumbiopsie und wann wird sie durchgeführt?
Bei der Endometriumbiopsie (auch Biopsie der Gebärmutterschleimhaut genannt) wird eine kleine Gewebeprobe aus der Schleimhaut der Gebärmutter entnommen. Die Untersuchung wird meist in der zweiten Zyklushälfte, etwa zwischen dem 21. und 25. Zyklustag, durchgeführt. In dieser Phase lässt sich am besten beurteilen, ob die Schleimhaut auf den Hormonzyklus reagiert und bereit für eine Einnistung ist.
Ihr Frauenarzt in Wien empfiehlt die Endometriumbiopsie, wenn trotz normaler Befunde, etwa unauffälligem Eisprung, Hormonstatus, Spermiogramm oder durchgängigen Eileitern, keine Schwangerschaft eintritt. Auch wiederholte Fehlgeburten oder ein Verdacht auf chronische Entzündungen der Gebärmutter können Gründe für die Untersuchung sein.
Darüber hinaus wird die Endometriumbiopsie zur Abklärung unregelmäßiger Blutungen bzw. bei Blutungen in der Menopause eingesetzt, um Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut frühzeitig zu erkennen.
Vorbereitung auf die Endometriumbiopsie
Vor der Endometriumbiopsie erfolgt immer ein ausführliches Gespräch, um den Ablauf, mögliche Empfindungen und den besten Zeitpunkt im Zyklus zu besprechen. Eine spezielle Vorbereitung ist nicht nötig.
Empfohlen wird, kurz vor dem Termin die Blase zu entleeren und am Untersuchungstag bequeme Kleidung zu tragen. Bei Bedarf kann etwa eine Stunde vor dem Termin ein mildes Schmerzmittel eingenommen werden, um die Gebärmutterschleimhaut-Untersuchung angenehmer zu gestalten.
Ablauf der Endometriumbiopsie (Pipelle Test)
Die Endometriumbiopsie ist ein kurzer, ambulanter Eingriff, der in der Ordination durchgeführt wird und nur wenige Minuten dauert. Nach einer hygienischen Vorbereitung führt Ihr Frauenarzt eine dünne, flexible Kunststoffkanüle, die sogenannte Pipelle, vorsichtig über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter ein.
Über einen sanften Unterdruck wird eine winzige Menge Schleimhautgewebe entnommen. Die Kinderwunsch-Untersuchung verursacht meist keine bis nur leichte Beschwerden, ähnlich wie Regelschmerzen, und erfordert keine Betäubung.
Die entnommene Probe wird im Labor histologisch untersucht. Dadurch lässt sich feststellen, ob sich die Gebärmutterschleimhaut im Verlauf des Zyklus richtig aufgebaut hat und ob entzündliche, hormonelle oder strukturelle Auffälligkeiten bestehen.
Wann und warum wird eine Endometriumbiopsie bei Kinderwunsch eingesetzt?
Die Endometriumbiopsie spielt in manchen Fällen eine entscheidende Rolle bei der Abklärung von Fruchtbarkeitsproblemen. Sie liefert wertvolle Informationen über die Gebärmutterschleimhaut, die im Ultraschall allein nicht sichtbar sind.
Vor allem eine
- Chronische Endometritis: Eine unerkannte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, häufig durch Bakterien verursacht, kann die Einnistung verhindern.
- Immunologische Ursachen: Eine überaktive Immunantwort kann die Einnistung behindern.
Gerade bei wiederholten Fehlgeburten oder nach mehreren erfolglosen künstlichen Befruchtungen (IVF, ICSI) wird die Endometriumbiopsie von Gynäkologen empfohlen. Dieses Verfahren ermöglicht es, ein vollständiges Bild der Gebärmutterschleimhaut zu erhalten und dadurch die Behandlungsstrategie gezielt anpassen zu können.
Nachsorge und Verhalten nach der Endometriumbiopsie
Nach der Endometriumbiopsie kann es kurzfristig zu leichten Schmierblutungen oder einem Ziehen im Unterleib kommen. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach wenigen Stunden wieder ab. Eine längere Ruhezeit ist nicht erforderlich, die meisten Patientinnen können unmittelbar danach ihren gewohnten Alltag fortsetzen.
Aus hygienischen Gründen wird empfohlen, für etwa 24 Stunden auf Geschlechtsverkehr, Tampons und Vollbäder zu verzichten. Sobald die Laborergebnisse vorliegen, werden diese mit Ihnen besprochen. Der Befund gibt Aufschluss darüber, ob die Schleimhaut optimal aufgebaut ist oder ob hormonelle, entzündliche oder strukturelle Ursachen vorliegen, die im Rahmen der Kinderwunsch-Untersuchung weiter abgeklärt werden sollten.
Ein wichtiges Diagnoseverfahren bei unerfülltem Kinderwunsch
Die Endometriumbiopsie (Pipelle) ist eine sichere, schmerzarme und sehr aussagekräftige Kinderwunsch-Untersuchung. Sie hilft, die Ursache einer ausbleibenden Schwangerschaft besser zu verstehen und ermöglicht eine gezielte Therapie.
In unserer Frauenarztpraxis in Wien führen wir diese Gebärmutterschleimhaut-Untersuchung mit größter Sorgfalt durch – als Teil einer umfassenden Diagnostik, die Ihnen Klarheit und neue Perspektiven bei unerfülltem Kinderwunsch geben kann.
Die Untersuchung wird von der Krankenkasse nicht gedeckt und ist somit selbst zu bezahlen.

