Schwangerschaftsmythen

Schwangerschaftsmythen verständlich erklärt. Medizinische Aufklärung beim Frauenarzt Wien

Werdende Eltern werden oft mit unzähligen Schwangerschaftsmythen und Ratschlägen rund um Ernährung, Lebensstil, Medikamente und mögliche Risiken in der Schwangerschaft konfrontiert. Viele dieser Annahmen werden von Familie, sozialen Medien oder vom Freundeskreis weitergegeben und sorgen nicht selten für Verunsicherung. Umso wichtiger ist es zwischen gut gemeinten Ratschlägen und medizinisch fundierten Fakten zu unterscheiden. Als Ihr Frauenarzt in 1020 Wien ist es Dr. Vavra und seinem Team ein besonderes Anliegen, Sie nicht nur medizinisch erstklassig zu begleiten, sondern auch mit fundiertem Fachwissen für Klarheit zu sorgen.

Schwangerschaftsmythen rund um Ernährung und Lebensstil

Rund um Ernährung und Alltag kursieren besonders viele Schwangerschaftsmythen. Häufig hören werdende Mütter, sie müssten in der Schwangerschaft auf nahezu alles verzichten oder automatisch „für zwei essen“. Solche Aussagen können verunsichern und zu unnötigem Druck führen. Doch was ist aus medizinischer Sicht tatsächlich richtig?

1. “Eine schwangere Frau muss für zwei essen.”

Dieser Mythos zählt zu den bekanntesten Schwangerschaftsmythen, ist jedoch medizinisch nicht korrekt. Zwar steigt der Energiebedarf im Verlauf der Schwangerschaft leicht an (ca. 250-500kcal), ein doppelter Kalorienbedarf besteht jedoch nicht. Entscheidend ist vielmehr die Qualität der Ernährung als die Menge.

Eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die Entwicklung des Kindes. Übermäßiges Essen kann hingegen zu unnötiger Gewichtszunahme führen. Als Frauenarzt beraten wir Sie während der Schwangerschaft in Wien individuell in Bezug auf die Ernährungsweise.

2. “Kaffee ist in der Schwangerschaft grundsätzlich verboten”


Auch dieser Punkt gehört zu den hartnäckigen Schwangerschaftsmythen. Tatsächlich muss auf Kaffee nicht vollständig verzichtet werden. Ein moderater Koffeinkonsum gilt als unbedenklich, solange empfohlene Höchstmengen eingehalten werden.
Wichtig ist hier die individuelle Betrachtung: Empfindlichkeit, bestehende Beschwerden oder Vorerkrankungen spielen eine Rolle. 

3. “Sport schadet dem ungeborenen Kind”

Viele Schwangere haben Bedenken bei sportlichen Aktivitäten. Dabei zeigt die medizinische Erfahrung, dass angepasste Bewegung in einer normal verlaufenden Schwangerschaft sogar förderlich sein kann. Leichte bis moderate körperliche Aktivität unterstützt das Wohlbefinden, kann Rückenschmerzen lindern und wirkt sich positiv auf den Kreislauf aus.

4. “Vegetarische Ernährung ist in der Schwangerschaft riskant

Eine vegetarische Ernährung kann in der Schwangerschaft gut funktionieren, sofern sie ausgewogen und nährstoffreich gestaltet ist. Entscheidend ist eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Eisen, Vitamin B12, Jod und Omega-3-Fettsäuren.

5.“Gewürze und scharfes Essen lösen vorzeitige Wehen aus”

Scharfes oder stark gewürztes Essen kann bei manchen Frauen Sodbrennen oder Magenbeschwerden verstärken, hat jedoch keinen nachgewiesenen Einfluss auf das Auslösen von Wehen. Solange scharfes Essen gut vertragen wird, spricht medizinisch nichts dagegen.

6. “Fliegen ist während der Schwangerschaft gefährlich”

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist Fliegen in der Regel ab der 12. bis zur 34. Woche  möglich. Wichtige Faktoren sind dabei Schwangerschaftswoche, individuelle Risiken und die Reisedauer. Vor geplanten Flugreisen empfiehlt sich eine ärztliche Rücksprache. Als Ihr Frauenarzt in Wien klären wir, ob aus medizinischer Sicht Einwände bestehen und geben Hinweise zur sicheren Reisegestaltung.

7. “Sex in der Schwangerschaft ist riskant”

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft ist Geschlechtsverkehr medizinisch unbedenklich und stellt keine Gefahr für das Kind dar. Das ungeborene Baby ist durch Fruchtblase und Gebärmutter gut geschützt.
Dieser Schwangerschaftsmythos bewahrheitet sich also nur in bestimmten medizinischen Situationen, in denen es Einschränkungen geben kann und eine individuelle Abklärung sinnvoll ist. 

8. “In der Schwangerschaft dürfen keinerlei Medikamente eingenommen werden”

Medikation während der Schwangerschaft ist ein heikles Thema, jedoch gibt es viele Medikamente, die erlaubt sind und sicher eingesetzt werden können. Wichtig dabei ist, keine Selbstmedikation vorzunehmen und Einnahmen stets ärztlich abzuklären. Der Nutzen für die Mutter und mögliche Risiken für das Ungeborene werden individuell abgewogen.

9. “Eine Schwangerschaft über 35 ist automatisch eine Risikoschwangerschaft”

Ein Klassiker unter den Schwangerschaftsmythen ist die Annahme, dass eine Schwangerschaft über 35 automatisch problematisch verläuft. Im Mutter-Kind-Pass wird dieser Umstand zwar formal als Risikoschwangerschaft eingetragen, doch das bedeutet keinesfalls, dass Komplikationen vorprogrammiert sind. Dieser Begriff dient in erster Linie der medizinischen Vorsicht, da statistisch gesehen bestimmte Risiken leicht ansteigen. Dennoch gehören Pauschalisierungen in die Kategorie der Schwangerschaftsmythen: Entscheidend für einen positiven Verlauf sind immer der individuelle Gesundheitszustand der Mutter sowie eine engmaschige und professionelle Betreuung durch Ihren Frauenarzt in Wien.

10. “Kosmetische Behandlungen und Eingriffe sind während der Schwangerschaft Tabu”

Aufschiebbare kosmetische Eingriffe finden idealerweise erst nach der Entbindung statt. Auch wenn viele Anwendungen wie Facials, Maniküre oder permanentes Make-up als harmlos gelten, fehlen für manche Verfahren ausreichende wissenschaftliche Daten.
Haare färben ist jedoch nach dem aktuellen Stand während der Schwangerschaft unbedenklich, es wird lediglich empfohlen, im ersten Trimester darauf zu verzichten. Kosmetische Eingriffe wie Botox oder Filler sollten wiederum während der Schwangerschaft vermieden werden.
Im Zweifel empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Frauenarzt, um mögliche Risiken individuell abzuwägen.


Schwangerschaftsmythen zeigen, wie groß der Informationsbedarf rund um Ernährung, Lebensstil, Medikamente und mögliche Risiken in der Schwangerschaft ist. Viele Annahmen halten sich über Jahre hinweg, obwohl sie medizinisch nicht oder nur teilweise zutreffen. Wenn Sie Fragen zu einzelnen Themen haben oder eine persönliche Beratung wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Ordination. Als Frauenarzt in 1020 Wien begleitet Dr. Vavra und sein Team Sie mit medizinischer Expertise und Erfahrung durch Ihre Schwangerschaft. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Anliegen und helfen Unsicherheiten zu klären.

Dr. Simone Potzmann

Ich wurde am 4.2.1980 in Wien geboren. Ich habe das Glück in einer harmonischen Partnerschaft zu leben und 2 aufgeweckte und tolle Kinder, Clemens und Helena, zu haben. Beide sind Schulkinder und nehmen den größten Teil meiner Freizeit in Anspruch. Familienausflüge, Kindertheater, Fußballtraining und Tanzstunden stehen bei uns jede Woche auf dem Programm.  Meine Lieblingsbeschäftigung…